Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO) ist eine Bürgerorganisation im Osten des Flughafens Zürich. Sie wurde am 12. Februar 2004 als Abspaltung der ebenfalls im Flughafen-Osten beheimateten Fluglärmsolidarität (FLS) gegründet und hat ihren Sitz in Lindau.
BFO wehrt sich gegen die Fluglärmbelastung im Flughafen-Osten, die vor allem eine Folge der Ostanflüge auf Piste 28 und der Oststarts ab Piste 28 ist. Im Speziellen fordert BFO eine Plafonierung der Flugbewegungen auf 250'000 pro Jahr und eine «absolute Nachtruhe» von 22 bis 7 Uhr – genauso wie die von BFO unterstützte Volksinitiative «für eine realistische Flughafenpolitik» (Plafonierungsinitiative) im Kanton Zürich. Im Herbst 2006 startete BFO eine Kampagne, die sich gegen einen allfälligen Ausbau des Pistensystems am Flughafen Zürich richtet – beispielsweise gegen die skizzierte Verlängerung von Piste 10/28 in Richtung Rümlang. Das neue ILS 28 lehnte BFO ab, konnte dessen vorläufige Inbetriebnahme per Ende Oktober 2006 aber nicht verhindern.
In der Flughafenpolitik positionierte sich BFO bei den beiden letzten Regierungsratsersatzwahlen mit der Unterstützung von Hans Hollenstein (CVP) und Ruth Genner (Grüne) tendenziell links der Mitte.
Im so genannten SIL-Prozess lehnt BFO das RELIEF-Projekt ab und fordert grundsätzlich einen nach Norden ausgerichteten Flugbetrieb. Landungen, welche als Folge der deutschen Beschränkungen für den Flughafen Zürich nicht über den Flughafen-Norden abgewickelt werden können, sollen nach Meinung von BFO nicht allein per Ostanflug über den Flughafen-Osten erfolgen. BFO befürwortet damit Fluglärmverteilung sowie Südanflüge auf Piste 34.
BFO ist Mitglied beim Dachverband Fluglärmschutz (DVFS) und begrüsst Teile von «Akzeptanz», dem Vorschlag der Behördenorganisation «Region Ost» für den künftigen Flugbetrieb, der unter anderem Fluglärmverteilung mit neuen Südstarts ab Piste 16 in den Varianten Right Turn und Straight beinhaltet. Für einzelne Anliegen arbeitet BFO mit anderen Bürgerorganisationen zusammen, so beispielsweise mit dem Verein Flugschneise Süd - NEIN (VFSN) beim Widerstand gegen das im vorläufigen Betriebsreglement (vBR) vorgesehene so genannte Dual Landing auf den Pisten 28 und 34. Mit der FLS kooperiert der BFO bei der Bekämpfung von RELIEF, mit RIGEL 28 gegen die Verlängerung der Westpiste.
Anfang Oktober 2005 zählte BFO nach eigenen Angaben rund 1'400 Mitglieder, im Herbst 2006 rund 2'000. BFO-Ortsgruppen bestehen in Bassersdorf, Illnau-Effretikon, Lindau, Nürensdorf, Schlatt, Turbenthal, Uzwil, Weisslingen, Wil SG und Winterthur. Für weitere Ortschaften, auch im Kanton Thurgau, ist der Aufbau von Ortsgruppen im Gang.
Seit Herbst 2006 wird BFO im Kopräsidium von Fritz Kauf (Gründungsmitglied und vorher bereits Vizepräsident) und Ralph Weidenmann (ebenfalls Gründungsmitglied und vorher bereits als Mediensprecher Vorstandsmitglied) geführt. Sie folgen auf Thomas Koch, der Anfang 2005 den Gründungspräsidenten Felix A. Jaccaz abgelöst hatte. Weitere Vorstandsmitglieder sind Bernhard Aeppli, Dominik Bruderer, Raymond Decorvet, Klaus Grimmer und Richard Traber.
Einige Gemeinden im Flughafen-Osten beteiligen sich finanziell an Aktionen von BFO.
In der im Flughafen-Osten erscheinenden Lokalzeitung «Dorf-Blitz» wurde BFO im Sommer 2006 hart kritisiert. «Dorf-Blitz»-Journalist Thomas Iseli bemängelte, dass BFO einerseits alles anschwärze, was irgendwie mit dem Wohlergehen des Flughafens zu tun habe, insbesondere «die Wirtschaftslobby und die damit ‹eng vernetzten Schlüsselbranchen (Banken und Versicherungen)», während gleichzeitig einige BFO-Vorstandsmitglieder in den erwähnten Wirtschaftsbereichen tätig seien [1] – BFO reagierte darauf mit einer Gegendarstellung im «Dorf-Blitz» [2].
Siehe auch: Hans-Peter Hulliger, Lärmbulletin, Pistenbier.